Zum Abschluss des freiwilligen "Konsultationsverfahrens" hat Feldschlösschen heute zu den Vorschlägen der Sozialpartner Stellung genommen: Die teilweise Weiterführung der Produktion am Standort Freiburg ist angesichts der bereits heute tiefen Auslastung nicht möglich. Und der Vorschlag einer partiellen Nutzung des Areals zu Logistikzwecken würde es verunmöglichen, das Areal an attraktiver Lage einer neuen, sinnvollen Nutzung zuzuführen. Feldschlösschen wird jedoch den bestehenden Logistikstandort in Givisiez, einer Nachbargemeinde von Freiburg, stärken. Damit können acht bis zehn weitere Arbeitsplätze im Raum Freiburg erhalten werden. Feldschlösschen wird somit in der Region Freiburg nach 2011 über 70 Mitarbeitende beschäftigen. Feldschlösschen hat zudem der Stadt Freiburg ein Vorkaufsrecht für das Areal im Zentrum der Stadt angeboten.
Am 23. September haben die Betriebskommission von Feldschlösschen und die Gewerkschaft Unia dem Unternehmen Feldschlösschen Vorschläge überreicht, die den Erhalt von zusätzlichen Arbeitsplätzen in Freiburg zum Gegenstand haben. Die Geschäftsleitung von Feldschlösschen hat diese Vorschläge geprüft und ihre Antwort heute den Mitarbeitenden am Standort Freiburg im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung mitgeteilt. Die Gewerkschaft Unia wurde ebenfalls persönlich informiert.
(Die detaillierte Stellungnahme zu den einzelnen Vorschlägen findet sich als Anhang am Ende dieser Mitteilung.)
Unrealistische Vorschläge betreffend Produktion
Feldschlösschen hatte den Sozialpartnern bereits am 7. September mitgeteilt, dass die Weiterführung der Produktion angesichts der schon heute tiefen Auslastung von rund 40% ausgeschlossen sei. Feldschlösschen hat zur Kenntnis genommen, dass die Sozialpartner trotzdem Vorschläge einreichten, die eine Fortführung der Brau- und Abfülltätigkeiten am Standort Freiburg in reduziertem Umfang beinhalten. Die Realisierung dieser Vorschläge hätte eine noch wesentlich tiefere Auslastung des Standorts zur Folge. Die Vorschläge der Sozialpartner zeigen somit keine realistische Möglichkeit auf, wie die Auslastung deutlich gesteigert werden könnte und sind nicht realisierbar. Feldschlösschen hatte zudem immer betont, dass eine Produktion für Dritte nicht realisierbar sei. Durch die vorhandenen Überkapazitäten in der Schweiz und in Europa ist es nicht realistisch, die Hoffnung auf eine Bierproduktion im grossen Stil für Dritte zu setzen.
Logistikstandort in der Region Freiburg besteht in Givisiez
Die Sozialpartner schlugen weiter vor, am Standort in der Stadt Freiburg ein Logistikzentrum zu errichten. Feldschlösschen verfügt bereits heute über ein effizientes Logistiknetzwerk in der Westschweiz mit mehreren Standorten. Teil dieses Netzwerkes ist der bestehende Standort Givisiez, der eine zentrale Drehscheibe für die Westschweiz darstellt und sich in einer Nachbargemeinde von Freiburg befindet. Eine Konzentration des Logistiknetzwerkes an einem einzigen Standort hätte die Schliessung anderer Standorte in der Westschweiz zur Folge und würde die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Logistik verringern.
Feldschlösschen stärkt Logistikstandort Givisiez bei Freiburg
Die Vorschläge der Sozialpartner sind aus den oben genannten Gründen in der vorgelegten Art nicht realisierbar. Um zusätzliche Stellen in der Region Freiburg zu erhalten, hat Feldschlösschen beschlossen, den bestehenden Logistikstandort Givisiez zu stärken. Feldschlösschen wird am Standort Givisiez den bestehenden Gleisanschluss ausbauen und wieder in Betrieb nehmen. Damit können künftig weitere Getränkevolumen über diese Drehscheibe abgewickelt werden. Diese Massnahme ermöglicht es, acht bis zehn zusätzliche Arbeitsplätze im Raum Freiburg zu erhalten.
Feldschlösschen wird somit in der Region Freiburg auch in Zukunft über 70 Mitarbeitende beschäftigen: 22 Personen in Verkauf und Verkaufsadministration sowie 50 Mitarbeitende in der Logistik am Standort Givisiez bei Freiburg.
Abschluss des freiwilligen "Konsultationsverfahrens"
Mit dem Entscheid zur Stärkung des Standorts Givisiez schliesst Feldschlösschen das freiwillig eingeleitete "Konsultationsverfahren" mit den Sozialpartnern ab. Die individuellen Gespräche mit den Mitarbeitenden aus Produktion und Logistik in Freiburg werden Anfang Oktober wie geplant weitergeführt. Die Mitarbeitenden erhalten nun konkrete Angebote für die weitere Tätigkeit im Unternehmen Feldschlösschen. Mitarbeitende, die vorzeitig pensioniert werden, werden über die konkreten Leistungen informiert. Feldschlösschen macht allen 75 vom Schliessungsentscheid betroffenen Mitarbeitenden konkrete Angebote: 18 Mitarbeitende werden vorzeitig pensioniert, 57 Personen erhalten Stellenangebote an anderen Feldschlösschen-Standorten, darunter Givisiez b. Freiburg, Biel, Bern usw.
Ein von Feldschlösschen und der Gewerkschaft Unia unterzeichneter Sozialplan ist in Kraft. Ein Meeting, an dem über mögliche punktuelle Anpassungen des Sozialplans gesprochen wird, findet im Oktober statt.
Feldschlösschen hat der Stadt ein Vorkaufsrecht angeboten
Das Areal an attraktiver Lage im Zentrum der Stadt stellt eine einmalige Chance für die Stadtentwicklung von Freiburg dar. Aus diesem Grund hat Feldschlösschen der Stadt Freiburg ein Vorkaufsrecht für das gesamte Areal angeboten. Feldschlösschen erwartet nun eine Stellungnahme der Stadt dazu. Feldschlösschen wird bis dahin keine Verkaufsverhandlungen mit anderen Kaufinteressenten führen.
Für Rückfragen:
Unternehmenskommunikation Feldschlösschen
Markus Werner, Tel. 058 123 48 39 / markus.werner@fgg.ch
Gaby Gerber, Tel. 058 123 45 47 / gaby.gerber@fgg.ch
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Anhang zur Medienmitteilung, 30. September 2010
Detaillierte Stellungnahme zu den Vorschlägen
Zu den einzelnen Vorschlägen der Sozialpartner nimmt Feldschlösschen wie folgt Stellung:
Weiterführung einer einzelnen Produktionslinie:
Feldschlösschen hat die Einstellung der Produktion am Standort Freiburg beschlossen, weil der Standort ungenügend, nämlich nur zu rund 40%, ausgelastet ist. Unter den neuen Voraussetzungen ist es betriebswirtschaftlich nicht möglich, einen Standort mit einer derart tiefen Auslastung aufrecht zu erhalten. Durch die Reduktion auf eine Produktionslinie (wie von den Sozialpartnern vorgeschlagen) würde die Auslastung sogar unter 25% sinken. Die Folge wären noch höhere Produktionskosten.
Produktion von Spezialitätenbieren:
Die Brauerei Cardinal wurde 1986 von der damaligen Sibra Holding erneuert und als Grossbrauerei konzipiert. Strategisches Ziel war damals, mit einer Marke (Cardinal) den gesamten Schweizer Biermarkt zu erobern und gleichzeitig bedeutende Volumen für den Export in die USA herzustellen. Deshalb wurde die Brauerei Cardinal als Grossbrauerei konzipiert, die grosse Volumen einer einzelnen Marke produzieren sollte. Es ist technisch nicht möglich und betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll, in den Anlagen dieser Grossbrauerei ausschliesslich Spezialitätenbiere mit kleinsten Volumen herzustellen.
Produktion für Dritte:
Bereits 1997 suchte die damalige Feldschlösschen-Hürlimann-Holding zusammen mit Stadt und Kanton Freiburg intensiv nach einer Lösung für die Fortführung des bereits damals wenig ausgelasteten Standorts. Ein internationales Consultingunternehmen wurde beauftragt, nach Interessenten zu suchen, die die grossen Produktionskapazitäten nutzen wollen. Selbst Inserate in internationalen Fachzeitschriften wurden geschaltet. Vergeblich. Seit 1997 hat sich das Marktumfeld nochmals verschlechtert. Nicht nur in der Schweiz, auch in den anderen europäischen Ländern sind enorme Überkapazitäten vorhanden, denn der Rückgang des Pro-Kopf-Konsums ist in ganz Westeuropa eine Tatsache. Es ist daher unrealistisch, die Hoffnung in eine Auftragsproduktion für Dritte zu setzen.
Logistikzentrum in der Stadt Freiburg:
Feldschlösschen verfügt über ein effizientes Netzwerk von Logistikstandorten in der Westschweiz. Diese Logistikstandorte in Givisiez bei Freiburg, Satigny, Bioley, Sion, Visp, Bern und Biel müssten bei der Errichtung eines Logistikzentrums in Freiburg geschlossen werden. Andernfalls gibt es keine Volumen, die über ein Logistikzentrum in der Stadt Freiburg verteilt werden könnten. Feldschlösschen lehnt diese Massnahme darum ab.
Freiburg als Zentrum für Werbe- und Festmaterial:
Das Werbematerial für die Westschweiz ist bereits am Logistikstandort Givisiez b. Freiburg konzentriert. Givisiez ist auch bereits der zentrale Standort für das Festmaterial für die Westschweiz sowie für die Regionen Bern und Berner Oberland. Eine Verlagerung der Aktivitäten von Givisiez in die Stadt Freiburg würde keine zusätzlichen Arbeitsplätze in der Region Freiburg schaffen.
Vermietung des Malzsilos:
Durch die Vermietung des Malzsilos würde keine Vollzeitstelle geschaffen. Zudem würde damit die Chance für die Stadt Freiburg, das gesamte Areal einer neuen, sinnvollen Nutzung zuzuführen, vergeben.
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