Vielleicht werde ich einmal so berühmt wie Olymp
Vor ein paar Tagen kraulte mir ein Besucher über meinen Mähnenkamm und setzte mir den Floh ins Ohr, ich würde sicher einmal etwas ganz Besonderes. Das bin ich zwar schon heute, denn welches Brauereipferd kann von sich behaupten, es sei im Schlossstall von Feldschlösschen geboren worden. Der Gast wurde aber noch etwas deutlicher. "Hoffentlich darfst du deinen Lebensabend dereinst einmal auch auf den wunderbaren Weiden im Jura verbringen wie Olymp."
Was der Lebensabend sein soll, interessiert mich noch nicht. Ich geniesse ja erst noch mein ungezwungenes Fohlenleben. Hingegen hat mich der Name Olymp neugierig gemacht. Als ich Mama fragte, wer das sei, riet sie mir, mich bei ihren Kollegen umzuhören. Sie wusste nur, dass Olymp ein altes Brauereipferd ist.
Bei der täglichen Boxenreinigung lassen mich die Pferdepfleger jeweils raus. Ich geniesse das Umherzigeunern in den beiden Stallkorridoren und begrüsse meine grossen Kumpels. Bei Carlo bleibe ich aber nicht stehen, weil ich mich ein wenig vor ihm fürchte. Mein Liebling ist Apollo. Der lässt mich jeweils an seinem Hals und am Widerrist herumknabbern. Ich glaube, für ihn ist das ein wahrer Genuss. Er beantworte meine Fragen nach Olymp. Jetzt weiss ich, dass er das erste Pferd von Feldschlösschen ist, das in seinen alten Tagen in die Stallungen von Le Jeanbrenin ziehen durfte. Dort ist er so berühmt, dass es über ihn sogar auf der Homepage von der "Stiftung für das Pferd" eine Reportage mit vielen Fotos zu lesen gibt. Apollo freut sich sehr, dass ein ehemaliger Arbeitskollege mit griechischem Namen berühmt ist. Unser Olymp auf dem jurassischen Olymp sozusagen.