09.02.2009 08:00 

Genau vor 100 Jahren wurde das Herzstück der Brauerei Feldschlösschen vollendet: Am 8. Februar 1909 wurde im "schönsten Sudhaus der Welt" erstmals Bier gebraut. Zusammen mit 100 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft feierte Feldschlösschen den Geburtstag dieser einzigartigen Räumlichkeit.

Es ist das Herz der Brauerei und beeindruckt Bierliebhaber sowie kunsthistorisch Interessierte gleichermassen: das Feldschlösschen-Sudhaus, das am 8. Februar 1909 eingeweiht wurde. Noch heute wird jedes Feldschlösschen-Bier in diesem einmaligen Raum gebraut.

Zum 100. Geburtstag seines Sudhauses hatte Feldschlösschen 100 Gäste aus Politik und Wirtschaft am Sonntag in die Brauerei eingeladen. Feldschlösschen-CEO Thomas Metzger betonte in seiner Ansprache, dass die beiden Feldschlösschen-Gründer Theophil Roniger und Mathias Wüthrich trotz Rückschlägen und kritischer Stimmen ihre Vision unbeirrt verfolgten. So sorgten sie dafür, dass Feldschlösschen rasch zum beliebtesten Bier der Schweiz wurde.

Grussbotschaft von Regierungsrat Roland Brogli
Die Grussbotschaft des Kantons Aargau überbrachte Regierungsrat Roland Brogli. Er betonte in seiner Rede, dass die beiden Feldschlösschen-Gründer eine gute Standortwahl getroffen haben: "Ich bin stolz, dass das Feldschlösschen im Fricktal steht."

Anwesend waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Gründerfamilien Roniger und Wüthrich. Hans-Albert Wüthrich lobte in seiner Ansprache im 100-jährigen Sudhaus den Pioniergeist der Feldschlösschen-Gründer. Hans-Albert Wüthrich, Wirtschaftsdozent an den Universitäten München und St. Gallen, ist der Urenkel des Feldschlösschen-Gründers Mathias Wüthrich und der Sohn von Hans Wüthrich, welcher die Geschicke des Feldschlösschens mehr als 30 Jahre lang entscheidend mitgeprägt hatte.

Apéro-Kreationen von Ivo Adam
Punktekoch Ivo Adam reiste für die Feier aus dem Tessin an. Er präsentierte im Sudhaus exquisite Sandwiches und Apéro-Kompositionen, die mit Bier zubereitet werden und die er eigens für diesen Jubiläumsanlass kreiert hatte. Zudem erläuterte Ivo Adam den Gästen, welche Biersorte am besten mit welchem Essen harmoniert.

Das schönste Sudhaus der Welt
Das Sudhaus im Feldschlösschen ist ein ganz besonderer Brausaal. Theophil Roniger liess es mit kupfernen Sudpfannen und Jugendstil-Ornamenten an hohen Marmorsäulen erbauen. Mit grossen Glasfenstern und farbigen Scheiben, die Weite und Feierlichkeit vermitteln. Mit Wänden, die mit blauen Kacheln ausgekleidet sind. Und mit einer Marmortreppe in der strengen, geometrischen Art des Wiener Jugendstils, die zu einem erhöhten Teil des Saals führt.

Der Name Feldschlösschen verrät, dass die beiden Gründer, Theophil Roniger und Mathias Wüthrich, kein einfaches Fabrikgebäude, sondern ein Schloss erbauen liessen und damit ein bedeutendes Schweizer Industriedenkmal geschaffen haben. Die Fertigstellung des Sudhauses von 1909 war die Krönung ihrer Schlossvision und der Ausdruck ihrer Firmenphilosophie. Das Sudhaus als eine Kathedrale zu Ehren des Bieres. Das malerische Fabrikgebäude hatte damit sein Prunkstück erhalten - das schönste Sudhaus der Welt, wie einst der vielgereiste amerikanische Brauer August Busch III von der Bierdynastie Anheuser-Busch bestätigte. Noch heute wird hier Tag für Tag in den gleichen Räumen und mit der gleichen Sorgfalt jedes Feldschlösschen-Bier gebraut.

Der Industriebau im 19. Jahrhundert
Der Industriebau bildete im 19. Jahrhundert eine völlig neue Aufgabe für die Architektur. Die einsetzende Mechanisierung der Arbeit erforderte neue Raumformen und Gebäudetypen. Das Feldschlösschen, an dem die beiden Gründer kontinuierlich gebaut hatten, wurde im Burgenstil, in der Form einer romantischen Backsteinburg erbaut. Eine Vielzahl von Türmen und zinnenbewehrten Gebäuden ergeben durch ihre vielfältige Gestaltung und verschachtelte Anordnung das malerische Bild einer mittelalterlichen Burg. In Deutschland und in der Schweiz wurde der mittelalterliche Burgenstil hauptsächlich bei Bahnhöfen, Kasernen, Museen, Hotels und Brauereien verwendet.