Jetzt ist Schluss mit "Fritzli", so haben mich unsere Stallmänner genannt. Oder noch ideenloser "Kleiner", wie mir Mama immer sagte.
Ich bin stolz, dass ich jetzt wie alle anderen Artgenossen einen Namen habe. Unzählige Vorschläge sind bei Feldschlösschen eingegangen. Zum Glück musste ich nicht selber wählen. Ich hätte vielleicht hin und hergeschwankt zwischen Pferdinand, Schnüferli oder gar Mamas Darling. Letzteres bin ich zwar. Und auch der Liebling aller Zweibeiner. Meinen Namen finde ich deshalb super, weil er sich im Stammbaum so schön anhört: Aramis, der Sprössling von Mama Pouliche, Papa Max van het Hoogveld und dessen Papa Marius d'Elewijt. Das ist nicht etwa nichts, oder?
Noch etwas anderes lässt mein Herz höher schlagen: Ich bin wieder einmal ein Medienstar. Jetzt, da ich aus den über 2000 eingegangenen Vorschlägen, den schönsten Namen erhalten habe, kommen sie wieder in Scharen vorbei, die Zweibeiner mit Fotoapparat und Notizblock.
Meine Betreuer Walter, Viktor und Peter kommen kaum nach mit Auskunft geben. Weil ich so neugierig bin, konnten mich aber einige kaum aufs Bild bannen. Ich machte mir nämlich einen Spass daraus, meine Nüstern ganz nah an die Fotolinse zu halten. Oder ich spielte "Versteckis" hinter Mamas superstarken Beinen.
Bei schönstem Frühlingswetter kann ich täglich auf der Weide umhertollen. Meine Bocksprünge sind filmreif. Und das im wahrsten Sinn des Wortes, denn zahlreiche Zweibeiner stehen jeweils erwartungsfroh mit Filmkameras bestückt am Weidzaun und können sich an meinen Kapriolen nicht satt sehen. Mama ist besorgt, mir werde die überdurchschnittliche Aufmerksamkeit der Zweibeiner in den Kopf steigen. Doch mal ganz ehrlich, jetzt, wo ich einen derart schönen Namen habe, darf ich doch ein wenig überborden.