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Medienmitteilung

Rheinfelden, 1. Februar 2006

130 Jahre Feldschlösschen – eine Erfolgsgeschichte

Die Brauerei Feldschlösschen in Rheinfelden feiert am 8. Februar 2006 ihren 130. Geburtstag. Nach schwierigen Anfangsjahren entwickelte sich das Unternehmen dank der Weitsicht der Gründer sehr dynamisch und erfolgreich. Seit über 100 Jahren ist Feldschlösschen die grösste Brauerei der Schweiz. Heute ist die Feldschlösschen Getränke AG auch das führende schweizerische Getränkeunternehmen.

Als Gründungsdatum der Brauerei Feldschlösschen gilt der 8. Februar 1876. An diesem Tag braute die «Kollektivgesellschaft Wüthrich & Roniger Brauerei zum Feldschlösschen» in Rheinfelden erstmals Bier. Die Gründer Mathias Wüthrich, ein finanzkräftiger Landwirt aus Olsberg, und Theophil Roniger, ein versierter Brauer aus Magden, hatten sich als Teilhaber des Unternehmens zusammengefunden. Theophil Roniger hatte zuvor während neun Jahren im Gasthaus Sonne in Magden eine Hausbrauerei betrieben und sich mit seinem Bier einen guten Ruf geschaffen. Die Magdener Braupfanne wird heute noch den jährlich 25'000 Feldschlösschen-Besuchern gezeigt. Nachdem ein Jahr vor der Brauereigründung die Bözberglinie der Nordostbahn Basel-Zürich ihren Betrieb aufgenommen hatte, wollten die beiden Feldschlösschen-Gründer ihr Unternehmen anders betreiben, als die damals noch über 500 übrigen Brauereien in der Schweiz, die ihre Kundschaft nur im beschränkten Umkreis einer Pferdefuhrwerk-Tagestour bedienen konnten. Wüthrich und Roniger wollten ihr Bier hauptsächlich mit dem damals modernsten Transportmittel, der Eisenbahn, vertreiben und damit den gesamten schweizerischen Biermarkt erschliessen. Wurde das Bier in den Anfangsjahren noch mit Pferdefuhrwerken zum Rheinfelder Bahnhof gekarrt, so wurde 13 Jahre nach der Brauereigründung ein direkter Bahnanschluss realisiert. Rasches Ende vorausgesagt Der erste Sud wurde auf dem gleichen Areal gebraut, auf dem heute die mit Abstand grösste Brauerei der Schweiz steht. Er entstand in den Gebäuden einer stillgelegten chemischen Fabrik, im Volksmund «Gifthüttlein» genannt. Die ersten Jahre der Brauerei zum Feldschlösschen waren mit enormen Schwierigkeiten verbunden. So war der Winter im zweiten Braujahr, 1877/78, so warm, dass weder in der Region Fricktal-Basel noch im Mittelland ein Weiher gefror. Die maschinelle Eiserzeugung war noch unbekannt, und ohne Eis war Bier weder herzustellen noch zu lagern. Pferde, Wagen und Mannschaften mussten von Rheinfelden ins glarnerische Klöntal disloziert werden, um auf dem gefrorenen See zu «eisen». Das so unter Einsatz von viel Geld gewonnene Eis wurde per Bahn nach Rheinfelden transportiert. Auch stiegen kurz nach Aufnahme der Brautätigkeit die Preise für Hopfen und Malz derart, dass Beobachter eine baldige Schliessung des jungen Unternehmens erwarteten. Der Tüchtigkeit und dem Durchhaltewillen der Inhaber war es zuzuschreiben, dass die kritische Anfangsphase gemeistert werden konnte. Die Tatsache, dass nur Malz und Hopfen erster Qualität verwendet und die Geschäfte von den Inhabern selber geführt wurden, machte das Feldschlösschen-Bier bald zu einem Begriff. Wurden im Gründungsjahr rund 2000 Hektoliter gebraut, so verdoppelte sich der Ausstoss bereits im folgenden Jahr. Die Umsätze entwickelten sich in der Folge rasant, und der Kundenkreis erweiterte sich laufend. Zahlreiche Depoteröffnungen erfolgten von Genf bis nach Frauenfeld. Die Expansion folgte dabei dem sich national ausdehnenden Eisenbahnnetz. Das schier unaufhaltsame Wachstum veranlasste die Gründer, für ihre Unternehmung eine neue Rechtsform zu finden. So wurde 1890 die «Aktiengesellschaft Brauerei zum Feldschlösschen» gegründet. 22 Jahre nach der Gründung überschritt die Produktion die Grenze von 100'000 Hektolitern, und Feldschlösschen wurde zur grössten Brauerei der Schweiz. Entsprechend der Expansion wurden die Gebäude und Installationen ständig erweitert. Es wurde fast ununerbrochen gebaut, wobei bereits kurz nach der Gründung die neuen Gebäude die einmalige, typische Schlossform erhielten. Bis 60 Pferde Zusammen mit den Depots umfassten die Stallungen von Feldschlösschen bis zu 60 Brauerei-Pferde. Die Zahl nahm langsam ab, als ab 1912 die Lastwagen Einzug hielten. 1905 starb Mathias Wüthrich, 1913 Theophil Roniger. Sein Sohn, Adolf Roniger, leitete in der Folge das Unternehmen bis 1961 als Direktor, Generaldirektor, Delegierter und Präsident des Verwaltungsrats. Er steuerte die Brauerei durch zwei Weltkriege; steigende Rohstoffpreise bei zunehmender Rohstoffknappheit führten beide Male zu einem fast totalen Umsatz-Zusammenbruch. Es brauchte jeweils mehrere Jahre, um die Vorkriegs-Umsätze wieder zu erreichen und zu überbieten. Als Dr. Max Wüthrich, ein Enkel des Mitbegründers Mathias Wüthrich, 1961 die Geschicke der Brauerei übernahm, erkannte er die besondere Bedeutung des Detailhandels für den Bierabsatz. Das starke Wachstum von Feldschlösschen in dieser Zeit war vor allem auf gezielte Anstrengungen zurückzuführen, am steigenden Heimkonsum teilzuhaben. 35 Brauereien übernommen Bereits in den Anfangsjahren übernahm Feldschlösschen andere Brauereien, die zum Kauf angeboten wurden, und baute sie teilweise zu Depots um. Die Akquisitionen trugen wesentlich zur heutigen Bedeutung der Unternehmung bei. Gründe für die Übernahmen waren meist fehlende Führungsnachfolge, fehlende Mittel für Investitionen und Ermüdung im harten Konkurrenzkampf. Feldschlösschen hat im Lauf seines Bestehens insgesamt 35 Brauereien übernommen. Rechnet man jene Brauereien hinzu, welche die von Feldschlösschen akquirierten Unternehmen ihrerseits übernommen hatten, so kommt man gar auf die Zahl von 141 ehemaligen Biermarken, die heute unter dem Rheinfelder Schlossdach vereinigt sind. Daneben kaufte und pachtete Feldschlösschen im Lauf der Zeit auch über 100 Wirtschaften, um bedrohte Absatzstellen zu sichern. Alkoholfreie Getränke Das Jahr 1973, 97 Jahre nach der Gründung, brachte eine grundsätzliche Neuausrichtung, indem die Brauer in den Markt mit Mineralwässern und Süssgetränken einstiegen. Feldschlösschen übernahm die hälftige Beteiligung an der Unifontes AG mit den Mineralquellen Eglisau, Elm und Rheinfelden. Elf Jahre später wurde die Mehrheit der Unifontes übernommen. Später kamen mit Arkina in Yverdon und der Passugger-Gruppe mit den Betrieben in Rhäzüns und Passugg weitere Quellbetriebe hinzu. Im Lauf der Zeit wurden die Abfüllung von eigenem Mineralwasser in Rheinfelden eingestellt und die Quellbetriebe in Elm, Eglisau und Passugg wieder verkauft. 1998 wurde die Unifontes AG in die Feldschlösschen-Gruppe integriert. Carlsberg übernimmt Seit Beginn der 90-er Jahre gab es mehrere gewichtige Änderungen: 1991 übernahm Feldschlösschen die zweitgrösste nationale Brauereigruppe, die Sibra SA, mit den Cardinal-Brauereien. Ein Jahr später wurde die Brauerei Feldschlösschen in die Holding gleichen Namens integriert. 1996 erfolgten die Fusion mit der Brauerei Hürlimann und die Umbenennung in Feldschlösschen-Hürlimann Holding (FHH). Im Jahr 2000 wurden der Immobilien- und der Getränketeil rechtlich getrennt. Der Getränkebereich, die Feldschlösschen Getränke AG, wurde von den Carlsberg Breweries übernommen. In der börsenkotierten FHH verblieb die Hürlimann Immobilien Holding. In der Folge wurde die FHH in REG Real Estate Group umbenannt und später mit der PSP zur grössten Schweizer Immobilienunternehmung fusioniert. Aus der vor 130 Jahren gegründeten Brauerei ist mit der Feldschlösschen Getränke AG die grösste Getränkeunternehmung der Schweiz entstanden. Heute stammt jedes zweite in der Schweiz gebraute Bier aus der Feldschlösschen-Gruppe, und jedes vierte in der Schweiz getrunkene Bier ist ein Feldschlösschen. Innerhalb der Carlsberg Breweries, der weltweit fünftgrössten Brauereigruppe, bildet die Feldschlösschen Getränke AG heute einen wichtigen Pfeiler.

Name Feldschlösschen von Wanderjahren «mitgenommen»
Wie im Brauergewerbe damals üblich, begab sich der 20-jährige Theophil Roniger 1864 – vier Jahre bevor er in Magden sein erstes Bier braute – als Geselle auf eine dreijährige Wanderschaft. Sie führte ihn nach Deutschland. In Braunschweig stiess er auf die Brauerei Feldschlöβchen, deren Namen er, mit freundlicher Genehmigung durch die Braunschweiger Unternehmung, in die Schweiz «importierte».

Meilensteine der Geschichte

Die 35 von Feldschlösschen übernommenen Brauereien im Überblick
 
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