Rheinfelden, 7. Oktober 2004
CEO Erwin Flückiger verstorbenDer CEO der Feldschlösschen Getränke AG, Erwin Flückiger, ist verstorben. Der 48-Jährige hat völlig überraschend aus persönlichen Gründen den Freitod gewählt, wie am Donnerstag bekannt geworden ist. Nichts hatte im Vorfeld auf die Tat hingedeutet. Geschäftsleitung und Personal sind tief bestürzt und fassungslos. Erwin Flückiger hatte seinen ganzen Einsatz der Unternehmung gewidmet und war beim Personal beliebt. Er war ledig.
Erwin Flückiger hatte seit neun Jahren für die Feldschlösschen-Gruppe gearbeitet, zunächst als Finanzchef der Feldschlösschen-Hürlimann Holding und seit Dezember 2000 als CEO der Feldschlösschen Getränke AG. Unter seiner sehr erfolgreichen Führung vermochte die zu den dänischen Carlsberg Breweries gehörende Unternehmung ihre Stellung als führendes Getränkeunternehmen der Schweiz klar zu festigen. «Auch für seine Kollegen in den Carlsberg Breweries, für die Erwin Flückiger ein beliebter und respektierter Freund war, stellt sein Tod einen schmerzhaften Verlust dar», erklärte Carlsberg-CEO Nils S. Andersen.
Die Führung der Geschäftsleitung übernimmt bis auf weiteres Thomas Metzger, Leiter Finanzen und Stellvertreter des CEO.
Würdigung Erwin Flückiger
Erwin Flückiger war als Sohn eines Brauereichauffeurs bereits als Kind mit der Bierbranche eng verbunden. Nach seinem Buchhalterdiplom arbeitete er bei diversen international tätigen Unternehmungen. 1996 stiess er als Finanzchef zur Brauerei Hürlimann, und nach der Fusion kurz darauf war er in der neuen Feldschlösschen-Hürlimann Holding als Mitglied der Konzernleitung für die Bereiche Finanzen, Informatik und Personal zuständig. Nach dem Abgang des vormaligen CEO übernahm er ab August 1999 während neun Monaten ad interim den Vorsitz der Konzernleitung. Nach dem Verkauf der Feldschlösschen Getränke AG an die Carlsberg Breweries war er ab Dezember 2000 als CEO der Feldschlösschen Getränke AG tätig.
Für Erwin Flückiger bedeutete Feldschlösschen sein Leben. Seinen ganzen, unermesslichen Einsatz leistete er von morgens früh bis abends spät für die Firma. Auch die so genannten Feierabende, Wochenenden und sogar Ferien verbrachte er häufig mit geschäftlichen Verpflichtungen. Kunden hatten bei ihm immer erste Priorität.
Sein Ziel war es, unsere Unternehmung konsequent vorwärts zu bringen. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Feldschlösschen Getränke AG denn sehr positiv und stärkte die Position als führendes schweizerisches Getränkeunternehmen klar. Innerhalb der Carlsberg-Gruppe zählt die Unternehmung heute zu den wesentlichen Stützpfeilern. Im September noch durfte Erwin Flückiger zusammen mit der Geschäftsleitung in London die Carlsberg-interne Auszeichnung „Company of the year“ als Verdienst für die grossen Fortschritte bei Effizienz und Ergebnissen in den letzten Jahren entgegen nehmen.
Auch innerhalb der Carlsberg-Gruppe war Erwin Flückiger in verschiedenen Gremien sehr aktiv und genoss grosses Vertrauen. Seine umfassende Kompetenz in allen Geschäftsbereichen waren bei der Konzernleitung in Kopenhagen und bei den Kollegen in andern Ländergesellschaften, mit denen rege Kontakte bestehen, sehr geschätzt und respektiert. Entsprechend sagte der CEO der Carlsberg Breweries, Nils S. Andersen, der Hinschied von Erwin Flückiger bedeute für die gesamte Carlsberg-Gruppe ein äusserst schmerzlicher Verlust.
Sein Umgang mit dem Personal wurde hoch geschätzt. Er besass die Fähigkeit, Menschen zu führen und zu motivieren, Freude und Begeisterung zu vermitteln. Seine ausserordentlichen menschlichen Fähigkeiten, sein Gespür im Umgang mit Mitmenschen, machten. Erwin Flückiger zu einem war ein Patron, der über die Kunst verfügte, ein familiäres Klima in einem Grossunternehmen zu verbreiten.
Dass die Führungsarbeit beim Personal auf ein gutes Echo stiess, ist spätestens seit Anfang dieses Jahres schriftlich belegt, als die Feldschlösschen Getränke AG bei der Carlsberg-internen Mitarbeiterumfrage in allen Bereichen am besten abgeschnitten hat.
Erwin Flückiger war ein exzellenter Kommunikator. Er war direkt und gleichzeitig unkompliziert. Er drückte sich sehr klar aus und brachte sein Umfeld mit der ihm eigenen, bodenständigen Art von träfen Sprüchen immer wieder zum Lachen.
Das alles zusammen machte ihn bei jenen, die öfter mit ihm zu tun hatten, so beliebt.
Wir können Erwin Flückigers Entscheid immer noch nicht verstehen, müssen ihn jedoch respektieren. Erwin Flückiger hinterlässt beim Personal und bei der Unternehmung eine riesige Lücke und grosse Leere. Der CEO unserer Unternehmung kann ersetzt werden, der Mensch Erwin Flückiger jedoch nicht.
Thomas Metzger, 15.10.04 |
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