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Medienmitteilung



Von links: Fritz Blaser, Marc Boessinger, Dr. Heny Hug, Gaby Gerber, Ueli Wyss, Dr. Andreas Münger

 
Rheinfelden, 7. April 2003

Nebenprodukte – wenn Nutztiere vom Bierbrauen und der Zuckerherstellung profitieren

Weiterbildungskurs der Landwirtschaftlichen Beratungszentrale zum Thema Nebenprodukte in der Rindviehfütterung

Häufig sind Landwirtschaftliche Berater mit der Frage konfrontiert, inwieweit der Einsatz der Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung sinnvoll und wirtschaftlich ist. Die Landwirtschaftliche Beratungszentrale Lindau hat dieses Thema aufgegriffen und einen Kurs zum Thema Nebenprodukte aus Brauereien und Zuckerfabriken organisiert.

30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte der erstmals durchgeführte Kurs für Fachpersonen aus dem Bereich der Fütterungsberatung. Ein Weiterbildungstag zur Thematik der Nebenprodukte sei ein wichtiges Novum in der Kursstrategie des LBL, betonte Marc Boessinger in seiner Begrüssung. Malztreber und Bierhefe: von der Brauerei in den Futtertrog Als erste Referentin sprach Gaby Gerber, Leiterin Landwirtschaft bei der Feldschlösschen Getränke AG, zu den Nebenprodukten der Brauereien. Beim Bierbrauen fällt als Nebenprodukt der sogenannte Malztreber an, der als hochwertiges Proteinfutter in der Landwirtschaft sehr geschätzt ist. Feldschlösschen vermarkte zwischen 35'000 und 40'000 Tonnen Malztreber jährlich und hält mit dieser Zahl einen Marktanteil von gegen 50 %. Hintergründe zur Logistik und Absatzstruktur waren ebenso Teil des Referates wie die Präsentation neuer Produkte beispielsweise Rundballen oder Stock Roth-Silageballen. Dr. Henry Hug vom Labor Veritas in Zürich, ergänzte die Ausführungen mit einem Referat zu den Inhaltstoffen, und den wesentlichen Vorteilen beim Einsatz von Malztreber und Hefe in der Milchviehfütterung. Von der Rübe in den Stall: Rübenschnitzel und Melasse Fritz Blaser, Leiter des Rübenmanagements der Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld, sprach zur Thematik der Zuckerrübenschnitzel und Melassenprodukte. Analog dem Malztreber werden die Nebenprodukte der Zuckerfabriken in die Landwirtschaft als Futtermittel abgesetzt. Rund 330'000 Tonnen Schnitzel werden so jährlich verfüttert. Fritz Blaser, präsentierte die gesamtschweizerische Vermartkungsstrategie, erläuterte die Verarbeitungsprozesse, den Handel sowie Preisbildung und Verkauf . Verarbeitung der Nebenprodukte auf dem Landwirtschaftsbetrieb Um die praktische Verarbeitung ging es in den Referaten von Ueli Wyss und Dr. Andreas Münger der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Nutztiere, RAP, in Posieux. Ueli Wyss erläuterte Versuche zur optimalen Konservierung der beiden Nebenprodukte Malztreber und Rübenschnitzel. Wyss betonte, dass beide Produkte bei einer sauberen Einsilierung wenig Probleme verursachen, wies aber darauf hin, dass die Silagen bei langer Lagerung Qualitätsverluste erleiden. Dr. Andreas Münger erläuterte in seinem Referat vor allem die Einsatzmöglichkeiten, sowie Eigenschaften und direkten Auswirkungen auf das Tier. Getestet wurden beide Produkte anhand von zwei Futterrationen bei Kühen in der Startphase, in der Produktionsphase und bei Erstlaktierenden. Mit einer Plenumsdiskussion unter der Leitung von Marc Boessinger wurde die Preiswertigkeit diskutiert. Anhand einer Vollkostenrechnung erläuterte Marc Boessinger was Zuckerrübenschnitzel und Malztreber franko Hof kosten dürfen. Dass sich das Augenmerk der Landwirte und der Futtermittelindustrie wieder vermehrt auf den Preis der Nebenprodukte richtet, begründete Marc Boessinger mit dem zunehmenden Druck der Landwirtschaftsbetriebe, kostengünstige Futtermittel einzukaufen. Den Abschluss der Tagung bildete ein Rundgang durch „das beliebteste Schloss der Schweiz“, die Brauerei Feldschlösschen.


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